12.06.2017

Grillen verboten im Bergpark Wilhelmshöhe! Weltkulturerbe in Hessen

Was wäre der Sommer ohne Grillen, Baden oder ein wenig Fußball spielen? Doch Vorsicht! Das darf man nicht in jedem Park. Denn im Kasseler Bergpark kann das wilde Spielen böse Folgen haben. Könnt ihr euch denken warum?


© mhk / Miguletz

Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel ist als Garten weltberühmt. Viele Menschen verbringen dort ihre freien Tage, um die Kasseler Wasserspiele, das Schloss Wilhelmshöhe oder die Löwenburg zu sehen. Wegen seiner Sehenswürdigkeiten und der langen Geschichte des Parks wurde er 2013 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Mit diesem Namen ist er nicht alleine in Hessen. Aber was bedeutet das eigentlich?

 

Die UNESCO

Die UNESCO ist eine internationale Organisation, die 1946 gemeinsam von vielen Ländern gegründet wurde. Sie soll weltweit geschichtliche Denkmäler, Dokumente und besonders schöne Landschaften vor Zerstörung schützen. Wenn die UNESCO den Namen Weltkulturerbe verleiht, dann heißt das auch, dass dieser Ort von den Menschen besonders gepflegt werden muss. Fast alle, die in der Nähe eines UNESCO-Weltkulturerbes wohnen, sind sehr stolz auf ihr Zuhause.

 

Denkmäler und Gebäude 

In Hessen gibt es sieben Weltkulturerbe: unter anderem den Bergpark Wilhelmshöhe, die frühere Benediktiner-Abtei im Kloster Lorsch, die Grube Messel und den Limes. Das klingt erstmal nach ziemlich vielen Informationen. Aber was sie alle besonders macht, ist eigentlich gar nicht schwer zu verstehen. 

 

Die frühere Benediktiner-Abtei im Kloster Lorch ist ein sehr altes Gebäude. In ihm haben vor langer Zeit Mönche gelebt, die zur Gruppe der „Benediktiner“ gehört haben. Das Motto der Benediktiner ist bis heute der Spruch: „Bete und arbeite!“. Auf Latein heißt er „Ora et labora!“. Für die Mönche bedeutet das Motto, dass man nicht für Reichtum leben soll, sondern ein einfaches Leben nach den Vorstellungen Gottes das beste Leben ist.

Die Grube Messel nahe Darmstadt ist deshalb bekannt, weil dort viele Fossilien aus der Steinzeit gefunden worden sind. Also versteinerte Tier oder Pflanzen aus einer Zeit, in der es noch keine Menschen gegeben hat. Das Messeler Urpferdchen ist das bekannteste Fossil, das man dort sehen kann.

Als die Römer in der Antike versuchten, ganz Europa zu erobern, bauten sie zum Schutz ihrer Soldaten den sogenannten „Limes“. Der war ein Grenzzaun, der das Gebiet der Römer von dem Gebiet der Germanen trennte. So konnten sich die Römer gut gegen Angriffe verteidigen. Heute sind aber nur noch einzelne Reste des Limes zu sehen.
Diese Orte sind alle auf ihre eigene Art einzigartig und es ist wichtig sie zu schützen und zu pflegen.

 

Natur und mehr

Neben Denkmälern und Gebäuden wurde Hessen der Name Weltkulturerbe auch für seine schönen Buchenwälder und der Landschaft im Oberen Rheintal verliehen. Man spricht hier auch von Weltnaturerbe. Auch bei kaltem Wetter lohnt sich dort ein kurzer Spaziergang.

 

Während man Gebäude besichtigen und in der Landschaft spazieren gehen kann, gibt es auch  sogenanntes „Weltdokumentenerbe“, das heißt gedankliches Weltkulturerbe. Weil es gedanklich ist, kann man es zwar nicht direkt besuchen, aber dafür überall verwenden. Okay, das klingt zugegeben sehr verwirrend. Deshalb kommt jetzt ein Beispiel: Die Gebrüder Grimm sind für ihre Märchen auf der ganzen Welt bekannt. Es gibt kaum jemanden, der nicht von Rotkäppchen oder Schneewittchen gehört hat. Die Bücher der Gebrüder Grimm, die in Hessen lebten, sind damit ein hessisches Weltkulturerbe. Auch wenn sie überall auf der Welt in vielen verschiedenen Sprachen gelesen werden. Dasselbe gilt für den Film „Metropolis“ aus dem Jahr 1926, der von dem Regisseur Fritz Lang gedreht wurde. „Metropolis“ war einer der ersten deutschen Science-Fiction-Filme, ohne Ton und ohne Farbe. In der Filmgeschichte gilt er aber als große Sensation. 

 

Grillen oder Fußballspielen wird im Kassler Wilhelmspark wohl immer verboten sein. Denn eins muss noch gesagt sein: ein zerstörtes Weltkulturerbe verliert das Recht auf seinen Status.

 

 



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